Maike ist 28 Wochen jung, und es wird Zeit, mit Beikost ernsthaft zu beginnen. Hier und da hat sie schon probiert, weil sie so viel Interesse zeigte, aber ich würde gern ein bisschen kompetente Nachhilfe haben. Mit drei Frauen bitten wir unsere Hebamme um ein Infotreffen, das sie gern mit uns veranstaltet. Dabei lernen wir, dass pyhysiologisch gesehehen die natürlichste und beste Art, Beikost einzuführen, wohl die ist, das Kind pommesgroße Stücke Nahrung selbst essen zu lassen. Nebenbei ist das natürlich für ein Baby ein tolles taktiles Erlebnis in jeglicher Beziehung (Hand, Mund), und es kann ein ganz neues, schönes Spiel entdecken, das jeden Tag mit den Eltern zusammen gespielt wird. Da sie in dem Alter noch keinen Pinzettengriff beherrscht, müssen die Nahrungsstücke mit der Faust und abgespreiztem Daumen aufnehmbar sein. Also auch die Hand-Auge-Mund-Koodination wird so intensiv geübt.

Mich überzeugt diese Herangehensweise, Steinzeitmenschen haben bestimmt auch nichts püriert, also versuchen wirs. Mit gut 6 Monaten noch ohne Zähne, sitzen kann Maike gestützt, ein guter Startpunkt. Das Interesse ist definitiv da. Sie wird voll gestillt und hat schon immer sehr kurze Intervalle gehabt, obwohl sie recht klein ist, dafür umso agiler – sie braucht Energie, und das nicht zu knapp.
Wir wagen uns heran. Es gibt gedünstete Zucchini, kurz gedünsteten Apfel, gedünstete Möhrchen, Roggenmischbrot, gedünsteten Kohlrabi. Mit dem Lätzchen bewaffnet sitzt die kleine Maus auf meinem Schoß, vor sich ein Brett, auf dem alles schön appetitlich verteilt ist. Sie weiß sofort, wofür das gut ist, sehe ich und bin sehr überrascht. Flugs hat sie ein halbes Stück Apfel, zwei halbe Stücke Zucchini und ein halbes Stück Brot verputzt. Der Kohlrabi ist ihr zu hart, die Möhrchen wohl auch. Nebenbei wird aus einem Glas getrunken, und auch das wie selbstverständlich gleich so, wie es sein soll. Wir sind sehr stolz auf unser Baby! Sie selbst sitzt zufrieden auf dem Schoß, Lätzchen und alles, Essen in der Faust und kaut, als hätte sie nie etwas anderes getan. Wie schön das Essen plötzlich ist! Vorher hat sie natürlich immer mitmachen wollen, saß sie aber mit am Tisch, konnte zumindest einer von uns nicht essen, weil sie „bespaßt“ werden musste. Das ist vorbei, wir können beide essen, Maike macht mit, und ihre Eltern müssen sich zusammennehmen, sie nicht ständig begeistert anzustarren.

Auch das angekündigte Chaos hält sich in Grenzen (bedenkt man, was ich bei Bekannten mit Breifüttern erlebt habe!!), wir heben die heruntergefallenen Bröckchen anschließend wieder auf, es ist schnell beseitigt.

Der Start in die breifreie Beikost ist gemacht. Mal sehen, wie es weitergeht!