Inzwischen ist Tobias gut sechs Monate alt.
Vor ein paar Tagen gab es gerade Obst. Für Tobias hatte ich die Birne in Schnitze geschnitten. Habe dann beschlossen, ihm außer den Birnenschnitzen auch Bananenscheiben anzubieten, nach dem Motto: Eine Herausforderung ist erlaubt, solange außerdem eine machbare Aufgabe vor einem liegt.

Tobias hat sich dann erstmal über die Birne hergemacht. Er hat sie nach kurzer Zeit in den Mund gesteckt – ich war ganz gespannt, was jetzt passieren würde, und habe ihn beobachtet, so gut das von hinter ihm ging, mein Mann hat zu der Zeit gerade Fotos von uns gemacht.

Und tatsächlich, als die Birne wieder rauskam, fehlte vorne ein Stückchen, er hatte etwas abgebissen!  Tobias behielt das abgebissene Stück einen Moment im Mund, er wirkte sehr konzentriert, dann landete es wieder auf seinem Lätzchen – wie ja zu erwarten war. Im weiteren Verlauf wurde dann noch die Banane in drei Teile zerquetscht. Bananen sind schwierig zu greifen, weil sie etwas glitischig sind und bei zuviel Druck leicht zerquetscht werden, von daher hat Tobias da noch was zu lernen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich doch etwas ungeduldig darauf warten würde, dass Tobias das Essen auch in den Mund nimmt, im Mund bewegt etc. Ich war in letzter Zeit zweimal kurz davor, Tobias zu „helfen“, wenn er ein Stück Nahrung nicht „richtig“ gegriffen hatte, hatte das Stück schon in der Hand und hielt dann jedes Mal inne: „Wenn du ihm jetzt hilfst, lernt er nicht, es selbst zu tun“ und ließ wieder los.

Was sonst noch passiert ist: Tobias hat Broccoli kennengelernt. Er findet es sehr interessant, greift ihn nicht etwa am langweiligen Stängel sondern gleich am Röschen, dass man so toll zwischen den Fingern hin- und herbewegen kann, während es sich nach und nach in kleine Kügelchen auflöst. Wenn wir Joghurt etc. einführen, werde ich wohl mit einem feuchten Waschlappen für’s Putzen danach nicht mehr auskommen.

Wir haben bisher kein Buntschneidemesser gekauft, die Schnittfläche der Obst- und Gemüsesticks ist also immer glatt. Vor ein paar Tagen hat Tobias, als er mit dem Daumen nicht unter sein Birnenstück kam, das Stück einfach mit den Fingern zum Rand des Tisches gezogen, so dass es leicht überstand und er es dann greifen konnte. Oft genug schafft er es aber auch ohne diesen Trick, wobei ich meist darauf achte, dass der Stick nicht nach oben hin deutlich schmaler wird, wenn ich ihn auf den Tisch lege.

Tobias zeigt mit seinem üblichen Frust-Gesang, wenn er fertig ist, ich lege also kein Spielzeug mehr bereit, um es als Alternative zum Essen anzubieten.

Da es warm genug ist, sorge ich zurzeit üblicherweise dafür, dass Tobias außer Windel, Body mit hochgekrempelten Ärmeln und Ärmellätzchen nichts weiter an hat, wenn’s ans „Essen“ geht. Für meine Hose habe ich eine Möglichkeit gefunden, das Spucktuch so zu plazieren, dass sie (meist) nichts abkriegt.

Ich hebe nicht mehr alles auf, was er runterwirft, ab und zu gibt’s auch einfach was anderes vom Teller, und dann kann es auch gut sein, dass er seinerseits das Spiel wechselt und erstmal keine weiteren Falltests macht.

…und beim nächsten Mal lesen Sie: Erste Erfahrungen mit unserem neuen Tripp Trapp, der seit heute startklar ist!