So, es ist mal wieder Zeit für ein Update:

Ich habe mal geprüft wieviel Salz in meinen Nudeln und in meinem Reis ist, indem ich geguckt habe wieviel Salz ich üblicherweise ins Kochwasser gebe und wieviel Wasser vom Kochgut aufgenommen wird:
– Beim Reis war es Naturreis, ich habe auf 800 ml einen halben leicht gehäuften Teelöffel Salz gegeben (also ca. 4g, das entspricht einer 0,5%igen Kochsalzlösung). Ich fand den Geschmack hinterher okay, nicht zu wenig gesalzen – das ist aber Geschmacks- und Gewöhnungssache. Jedenfalls hatte der Reis dann nachher in 2 Erwachsenenportionen knapp 2g Salz, also die Tageshöchstdosis für Säuglinge, über die hinaus es schon kritisch für die Nieren werden kann. Ziel ist ja, nicht mehr als 1g Salz pro Tag zu „geben“, um auf keinen Fall Probleme zu kriegen.
– Bei den Nudeln gebe ich auf meine (nur) 2,5l Wasser einen schwach gehäuften Teelöffel Salz (knapp 9g). In der Zwei-Erwachsene-Portion (also 250g ungekochte Nudeln) waren dann 1,2g Salz.
Bei meinen Berechnungen bin ich davon ausgegangen, dass das Wasser-zu-Salz-Verhältnis im Kochgut nicht anders ist als im Wasser, mit dem gekocht wird.
Was mich noch interessieren würde: Wieviel Salz ist in meiner Gemüsebrühe? Werde mal gucken ob ich das noch rauskriege und ggf. berichten. In vielen meiner Rezepte wird Gemüse in Brühe gegart.
Gill Rapley empfiehlt ja, Reis, Pasta und Kartoffeln ganz ohne Salz zu kochen. Gemüse kann man dampfgaren mit akzeptablen Ergebnissen, Kartoffeln als Pellkartoffeln zubereiten, aber Pasta und Reis (außer den Basmatireis für asiatische Rezepte) ohne Salz zu kochen, finde ich inakzeptabel. Daher also die Berechnung oben.
Bei Toastbrot ist es auch so, dass in 2 Scheiben von unserem Toast lt. Packung 2g Salz drin sind, damit darf das Baby, das das gegessen hat, für den Rest des Tages ja auch kein Salz mehr essen – und ich gedenke nicht, deshalb Brot ohne Salz selber zu backen. Wahrscheinlich wird es auch nicht oft vorkommen, dass ein Baby zwei Erwachsenenportionen Reis an einem Tag isst…

Mein Mann hat den Tripp Trapp aufgebaut – an dieser Stelle lieben Dank an alle, die an diesem Geschenk beteiligt waren! Da Tobias sich zwar noch nicht aufsetzen, aber doch schon recht ordentlich sitzen kann, setzen wir ihn zum Essen jetzt dort hinein. Das hat den Vorteil, dass er, auch wenn wir nur zu zweit essen, beobachten kann, dass ich das Gleiche esse, und dass ich meine zweite Hand frei habe. Ich kann auch mal schnell aufstehen, wenn ich etwas für ihn aufheben möchte. Unser Kinderarzt hat auch sein Okay gegeben, wenn wir ihn nicht stundenlang und/oder unbeaufsichtigt sitzen lassen. Das Sitzkissen wird wohl nicht weitervererbt werden *grins*… Mit den Ärmellätzchen kommen wir jetzt auch gut klar, sie reichen aus (während sie nicht weit genug nach hinten reichten, als Tobias noch bei mir auf dem Schoß saß).

Gestern gab es erst abends warmes Essen, als Tobias schon im Bett war. Tobias fand, dass meine direkte Nähe wichtiger ist als die Nahrungszubereitung, also gab es mittags unseren Standard-Obstteller mit Apfel, Birne und Banane. Den Apfel hatte ich nur schnell mit dem Spaltenschneider in 6 Stücke geschnitten, da Tobias fand, dass meine direkte Nähe… nun denn. So gab es für ihn Birnensticks, aber den Apfel als Spalte. Ich war beeindruckt, wie ausdauernd er versuchte, mit seinen von den Birnen glitischigen Fingern den Apfelspalt zu greifen, der eigentlich ein bisschen zu dick war. Immer wieder rutschte er ihm aus den Fingerchen, weil er zur Mitte hin dicker wurde, und immer wieder versuchte er es, probierte mit wechselndem Erfolg verschiedene Techniken aus… Meine Hebamme hatte ja gemeint, die Frustrationstoleranz sei bei Jungen geringer – bei Tobias kann ich das jedenfalls nicht bestätigen.

Heute mittag gab es dann Spirelli mit Lachs und Zuckerschoten, zu meiner Freude führte er eine Zuckerschote zum Mund und lutschte sie – als sie dabei wegrutschte, lutschte er halt an seinen Fingern weiter. Der Rest wurde mit den Händen untersucht und Falltests unterzogen, deshalb hat Tobias vom gebratenen Lachs in Würfeln auch nicht so viel von uns abgekriegt. Der lässt sich übrigens hervorragend in der Faust zerdrücken.

Heute abend gab es dann wieder mal Obst. Zu meinem Erstaunen hat Tobias die Birne recht rasch gezielt zum Mund geführt, abgebissen und das Stückchen runtergeschluckt, ich war ganz baff, habe erstmal geguckt, ob es nicht irgendwo anders gelandet ist.

Er hat dann aber im weiteren Verlauf des Essens auch ordentlich Bekanntschaft mit seinem Würgereflex gemacht, beim ersten Mal so stark, dass eine kleine Pfütze Milch rausgekommen ist. Beim zweiten Mal hatte er es schon besser im Griff, aber klar, das ist ein Lernprozess. Ich war natürlich immer direkt neben ihm, habe ihn aber machen und lernen lassen, da die ganze Zeit erkennbar war, dass er zwar etwas zu kämpfen hatte, aber keine bedrohliche Situation bestand. Was mich auch hier wieder fasziniert hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der er, auch nachdem er den Würgereflex ausgelöst hatte, gleich zum nächsten Stück Obst gegriffen und es zum Mund geführt hat – offenbar war er nicht allzu beeindruckt und weiterhin motiviert, die Sache mit dem Essen zu meistern.

Nachdem der Start ja doch etwas zögerlich war, habe ich mich heute gefreut, so deutliche Fortschritte zu sehen. Immerhin haben wir vor ca. zweieinhalb Wochen mit BLW angefangen, und heute hat er zum ersten Mal (oder die ersten Male?) etwas runtergeschluckt. Allerdings gab es für ihn bisher meist auch nur einmal am Tag was zu „essen“, immerhin gilt ja, dass er nicht müde oder hungrig sein sollte, und morgens esse ich im Moment noch allein – mein Toast mit Marmelade und dicker Quarkschicht teile ich erst, wenn das grundsätzliche Konzept des Essens von Nahrungsmitteln (vs. ausschließlich damit Spielen) verstanden ist. Und dann muss ich ja auch Variabilität ins Frühstück bringen, damit er auch da viel kennenlernt, hmm, mal gucken.

Übrigens habe ich mich oben vielleicht missverständlich ausgedrückt, Tobias hat natürlich nicht zum ersten Mal Bekanntschaft mit seinem Würgereflex gemacht, den hat er schon oft genug ausgelöst, wenn er versucht hat, mehrere Finger in den Mund zu stecken oder wenn ich ihm meinen Finger zum Nuckeln angeboten habe.

In nächster Zeit werde ich versuchen, meine Ernährung dahingehend umzustellen, dass es ein- bis zweimal am Tag zusätzlich Snacks gibt, an denen Tobias teilhaben kann. Werde zudem versuchen, mehr unterschiedliche Obstsorten zu kaufen. So langsam sind ja auch mehr Obstsorten im Angebot, die nicht erst um die halbe Welt geflogen sind, um in meinem Magen zu landen.

Bis demnächst mal!