So, es gibt inzwischen (Tobias ist ca. sechseinhalb Monate alt) ein paar neue Erkenntnisse von der baby-led weaning-Front:

–          Kartoffeln sind toll! Na ja, zumindest was die Essbarkeit angeht. Bei Paprika, Möhren und Co. habe ich noch nicht so richtig raus, wie lange ich sie garen muss, damit Tobias sie auch abbeißen kann.  Anders bei Kartoffeln: wenn die erst mal im Mund sind, kann er da richtig was mit anfangen. Ab und zu löst er auch den Würgreflex damit aus oder muss etwas husten, aber ich habe den Eindruck, dass er davon auch durchaus einiges wirklich isst. Bis die Kartoffel allerdings im Mund ist, muss man sie korrekt greifen. Leider zeigt sich hier immer wieder, ob man schon raus hat, wie die Kraft in den Fingern beim Greifen richtig zu dosieren ist…

–          Heute hat Tobias mehrfach scheinbar verträumt aus dem Fenster geguckt und dabei ein Stück Kartoffel korrekt gegriffen, ich war echt baff, zumal das ja mit oben erwähnten Schwierigkeiten einhergeht.

–          Broccoli wird inzwischen auch in den Mund gesteckt, allerdings bisher nur der Strunk. Wir haben neuen Broccoli gekauft, damit Tobias weiter üben kann.

–          Äpfel sind auch toll! Allerdings nur, wenn ich sie gare, so dass man sie gut abbeißen/-lutschen kann. Dann sind sie super. Wir kaufen allerdings auch immer Braeburn, nix für Babys ohne Zähne. Demnächst will ich mal Jonagold probieren, wenn ich den Eindruck habe, dass Tobias motorisch weit genug ist, sich mit einem ganzen Apfel zu beschäftigen. Bis dahin ist festzustellen, dass gare Äpfel ganz schön saftig sind – merke: nach der Mahlzeit auch die Unterarme des Babys mit abwischen!

–          Die Tage hatte Tobias mal ein Stück Apfelschale mit abgebissen, das lag dann auf seiner Zunge und wollte nicht vorwärts noch rückwärts. Letztendlich habe ich es ihm rausgenommen. Im Nachhinein habe ich dann aber gedacht, ja, es hat ihn gestört und er hat daran gearbeitet, es loszuwerden, aber er wirkte nicht genervt, hätte ich es ihm nicht noch lassen sollen, damit er seine Mundmotorik trainieren kann?

–          Überhaupt merke ich, dass es eine Herausforderung bleibt, Tobias nicht zu helfen. Jetzt sind wir seit fast vier Wochen mit BLW beschäftigt, und erst vor ein paar Tagen hätte ich ihm fast was in den Mund gesteckt, obwohl ich weiß, dass das bei BLW tabu ist.

–          „Be prepared for the mess“, wie Gill Rapley schreibt: Bisher funktioniert mein System mit dem nassen Waschlappen, der schon zu Essensbeginn mit an den Tisch kommt, um danach alles damit wegzuwischen was ich nicht aufsammeln kann, sehr gut. Wie viel auf dem Boden landet, hängt sehr davon ab, was es gibt. Wie schon erwähnt, isst Tobias reife Birnen ja recht gerne, da landet dann wenig auf dem Boden, die Reste aus seinen Händen meist wieder auf dem Tisch. Bei al dente gegartem Gemüse ist das noch anders, da landet das meiste auf dem Boden, nachdem er eine Weile darauf herum gelutscht hat. Ich bin froh über die Ärmellätzchen, wobei ein großes normales Lätzchen wahrscheinlich auch gehen würde, wenn der Body kurze Ärmel hat oder die Ärmel gut hochgekrempelt werden – das muss ich mit dem Ärmellätzchen ohnehin auch.

 

 Tobias‘ TrippTrapp nach dem Essen

–          Im Moment essen Tobias und ich meist zweimal am Tag zusammen, einmal gibt es Obst, das andere Mal was Deftiges, das klappt ganz gut. Ich hatte beim Salatmachen abends einfach ein bisschen mehr geputzt und dann nur noch wenig Aufwand, das Zeug mittags in einem Sieb über einem kleinen Topf dampfzugaren. Einmal habe ich die Gemüseschnitze auch mit etwas Rapsöl begossen, mit Rosmarin und Thmyian gewürzt und in den Backofen getan – ging auch, war aber auch noch al dente. Ein anderes Mal hatte ich beim Abendessen Eliche tricolore über, die kamen dann am nächsten Mittag mit etwas Gemüse in die Mikrowelle etc.

–          Tobias hat inzwischen gelernt, dass die Sachen auf dem Tisch in den Mund gesteckt werden. Erst wenn er keine Lust mehr dazu hat, geht er dazu über, auszuprobieren, was man sonst noch so damit machen kann, singt dann auch seinen Frustgesang und wird dann bald von mir aus dem Hochstuhl genommen.

–          Ab und zu versucht Tobias, das Essen direkt mit dem Mund vom Tisch aufzunehmen, das scheitert aber regelmäßig und er gibt es dann gleich wieder auf.

–          Das süßeste ist das Anfangsritual: Wir klatschen den „We will rock you“-Beat und sprechen ein kurzes rhythmisches Gebet dazu und Tobias klatscht dabei begeistert auf den Tisch.

–          Pläne: eine Ananas wartet in der Küche darauf, reif zu werden, genauso eine Melone. Demnächst will ich ihm auch mal Hähnchen anbieten, wenn sich mal die Gelegenheit bietet. Und irgendwann dann auch mal einen Apfelschnitz für Tobias in Joghurt tunken oder einen Löffel mit Magerquark beladen und ihm hinlegen, mal gucken, wann die Zeit dafür reif ist.