Da ich von Anfang an gesagt habe, dass ich mich meinem Kind anpassen möchte, ziehe ich das nun auch so durch. Das bedeutet in Hannas Fall, zwar nicht komplett auf das Prinzip BLW zu verzichten, aber Abstriche zu machen.

Ich lese sehr häufig von Kindern, die schlecht oder gar nicht essen wollen. Auch Hannas Freund, der nur wenige Tage älter ist, hat noch nicht das große Interesse am Essen. Bei meiner Tochter ist das anders.

Wie ich beim letzten Mal schon beschrieben habe, fordert Hanna ihre tägliche Mahlzeit regelrecht ein. Das Tempo beim Essen hat sich nicht wirklich reduziert. Wenn es ihr nicht schnell genug geht, wird sie regelrecht ungeduldig. Leider kommt es regelmäßig vor, dass sie sich den Mund vollstopft und dann noch weitere Nahrung rein schiebt. Mir ist das einfach zu heikel! Seitdem ich Teile des Essen zerstampfe funktioniert das besser.

Die Verdauung gewöhnt sich zunehmend an die Mahlzeiten, so dass wir die Liste der Nahrungsmittel etwas ausgebaut haben und gerne Neues ausprobieren. Auch mageres Biofleisch vom Metzger unseres Vertrauens steht nun auf dem Speiseplan. Das ist super, denn so ein Stückchen Fleisch eignet sich perfekt zum dippen. Auch Gemüse, wie Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Brokkoli. Ich lasse das Gemüse im Ganzen, das sich vom Kiefer gut zerdrücken lässt und zerstampfe das, was sie mit ihrem Kiefer nur stückelt. Allerdings lasse ich sie ihren Löffel selber halten und helfe ihr lediglich beim Aufnehmen der Nahrung. Hanna möchte gar nicht gefüttert werden. Sobald der Löffel in ihre Nähe kommt, wird danach gegriffen.

Einen kleinen Fortschritt gibt es noch, der mir etwas mehr Freiheit beschert – Hanna sitzt im Hochstuhl!

Gestillt werden, möchte sie nach wie vor ziemlich häufig. Mich stört das nicht und ich habe es nicht eilig, Stillmahlzeiten zu ersetzen.

Ich habe im Augenblick ein gutes Gefühl und glaube, wir sind auf einem guten Weg.