Wenn ich nicht in Elternzeit bin, unterrichte ich in der Mittelschule.

Von daher bin ich von Natur aus neugierig und las mir die Geschichte der Babyernährung durch, dabei erschrickt und wundert man sich wirklich, dass es die Menschheit so weit geschafft hat. Mein Interesse war geweckt und ich wollte mehr zum Thema Beikost erfahren, da wir ja nicht ewig stillen können und es zwangsläufig auf uns zukommt. Hanna ist im Juni 2016 geboren und jetzt 5 Monate jung. Beim Thema Beikost ist mir wichtig, das ganze locker und gesund anzugehen.

Gesund bedeutet für mich, so lange wie möglich zu stillen und meine Tochter so selbstbestimmt wie es geht an den unverfälschten Geschmack unserer Nahrung heranzuführen. Dabei möchte ich darauf vertrauen, dass ihr junger und noch nicht auf modern getrimmter Körper weiß, welche Nährstoffe er, in welcher Menge braucht und ob er sie aus der Muttermilch oder aus zugeführter Nahrung bekommen sollte. So bin ich auf BLW gestoßen und fand diesen Ansatz auf Anhieb interessant.

Hanna war zu diesem Zeitpunkt viereinhalb Monate alt und mit ihrer Milchbar noch vollends zufrieden.

Seither sind ein paar Wochen vergangen und sie zeigt vermehrt Interesse an Essbarem. Da die kleine Maus eher ein zierliches Persönchen ist und wir zeitweise ein paar kleinere Stillprobleme hatten, wollte ich den bevorstehenden Beikoststart mit dem Arzt absprechen.

Er war nicht sonderlich begeistert von BLW und befürchtet einen Gewichtseinsturz und Mineralien- bzw Vitaminmangel.

Mit der Kritik und meiner eigenen Meinung im Hinterkopf lass ich nun das Ganze mal auf uns zukommen und Hanna erste Erfahrungen sammeln. Wir haben ja noch alle Zeit der Welt.

 

Bislang fand sie zweimal großes Interesse an Fingerfood.

Das erste Mal sah sie mir total interessiert beim Essen eines Brotes zu. Also gab ich ihr ebenfalls ein Stück davon. Mit Ausdauer wurde es weich gelutscht.

Danach war mein Ehrgeiz geweckt und ich dünstete einige Stäbchen Möhre, Zucchini und Pastinake. Zu meiner Überraschung gelang mir auf Anhieb die richtige Konsistenz des Gemüses und es konnte losgehen.

Unser Hund war noch nie so entsetzt vor dem Esstisch gesessen, wie an diesem Tag. Alles wurde zunächst großflächig auf dem Tisch verteilt, bevor es dann mit Begeisterung auf den Boden gedonnert wurde. Nach diesem Erlebnis war das Thema Essen erstmal wieder auf Eis gelegt.

Vor einer Woche dann plötzlich wieder spontanes Interesse an einem Salat. Also bekam Hanna die Gurke, die mit einer riesigen Freude ausgesaugt wurde.
Das war wundervoll anzusehen! Und darf gerne so weiter gehen!