Skip to Content

mobile icon menu
Wissen
mobile icon menu
Rezepte
mobile icon menu
Blog
mobile icon menu
Bücher
mobile icon menu
Getestet
mobile icon menu
Eure Fragen
icon menu
Wissen
icon menu
Rezepte
icon menu
Blog
icon menu
Bücher
icon menu
Getestet
icon menu
Eure Fragen

Kristina und Tobias V

So, in letzter Zeit hat sich mal wieder einiges getan!

Ich habe endlich rausgekriegt, wie lange ich Paprika dampfgaren muss, damit Tobias auch was davon abkriegen kann und nicht nur zahnlos drauf rumnagt – leider sieht die Paprika in dem Zustand auch etwas schlappi aus, das Zielen zum Mund muss neu geübt werden…

Verdauungsgeschichten

Jetzt ist es wieder gut, aber für etwa zehn Tage hatte Tobias Durchfall und war in der Zeit auch etwas quäkiger als sonst. Ich war darauf vorbereitet, dass das im Rahmen der Umstellung der Darmflora passieren kann, hätte es aber eher später erwartet, wenn er mehr wirklich isst. Nun, schauen wir mal, ob wir die Sache damit endgültig hinter uns haben. Jedenfalls ist der Geruch der Windeln nicht mehr ganz so harmlos leicht-säuerlich wie „früher“.

Was man auch erkennt, ist, dass der Darm das Gemüse nicht komplett verdaut. Okay, gibt’s bei Erwachsenen auch (ich sach nur, die Haut von Tomaten), fällt bei Tobias im Moment aber mehr auf. Gill Rapley schreibt ja, dass der Darm erst „lernen“ muss, mit dem festen Essen umzugehen. An anderer Stelle (Herbert Renz-Polster: Kinder verstehen – oder war es doch Remo Largo: Babyjahre?) habe ich aber gelesen, dass man die so genannten Drei-Monats-Koliken nicht damit erklären könne, dass der Darm noch reifen muss, alle Enzyme seien von Geburt an vorhanden. Nun weiß ich also nicht so ganz, was ich da glauben soll. Auf jeden Fall gehe ich davon aus, dass das Gemüse in Tobias‘ Verdauungstrakt auf die Dauer noch besser aufgespalten wird und dass er keinen wesentlichen Nachteil davon hat, dass sein Essen nicht püriert ist – bloß, weil man die Stückchen noch erkennen kann, ist ja nicht gesagt, dass der Körper püriertes Essen aufgenommen hätte. Immerhin sind auch im Speichel Verdauungsenzyme, mit denen kommt püriertes Essen kaum in Kontakt, weil man das ja gleich schlucken kann. Sollte das Essen allerdings noch in diesem recht wenig veränderten Zustand wieder unten rauskommen, wenn er so zehn/elf Monate alt ist, würde ich mir da schon mehr Gedanken drüber machen.

Gemüsesorten

Ich habe mal darüber nachgedacht, welche Gemüsesorten es so gibt und welche davon Tobias schon kennt. Ich war mir gar nicht bewusst, wie eingeschränkt mein Horizont war. Jetzt jedenfalls ist der Stand so, dass Tobias schon folgende Gemüsesorten kennt oder zumindest einmal probiert hat:

Kartoffeln, Möhren, Zuckerschoten, Paprika, Broccoli, Zucchini, Kohlrabi, Champignons, Austernpilze, grüne Bohnen, Blattspinat.

Und das hier soll er im weiteren Verlauf möglichst noch kennenlernen:

Fenchel, Avocado, Aubergine, Blumenkohl, Weißkohl, andere Bohnensorten, Gurken, Pastinaken, Topinambur, Tomaten, Süßkartoffeln, Sellerie, Porree, Chicorée, Kürbis. Bohnenkeimlinge? Sprossen, z.B. Kresse?! Bambussprossen?

Da haben wir ja noch einiges vor uns.

Ich verfolge ja die Philosophie, Tobias die Nahrungsmittel erst „einzeln“ kennenlernen zu lassen, wobei mir klar ist, dass das im Sinne von BLW nicht erforderlich wäre. Als wir Pfingsten bei meinen Eltern waren, hat er einfach mit“gegessen“, was es halt gerade gab, Fisch, Ciabatta, Erdbeeren… Letztere sind übrigens hervorragend geeignet, die Farbe des Hochstuhl-Sitzkissens zu verändern! Überhaupt kam meine Mutter ja zu dem Schluss, Tobias esse ja schon recht manierlich, wenn man mal davon absehe, dass wir danach immer eine halbe Stunde unter dem Tisch rumkriechen (um die Spuren zu entfernen). Nun, es ist zwar keine halbe Stunde, aber ein gewisser Aufwand ist schon damit verbunden, und ob es sich vom Zeitaufwand her so richtig rentiert, BLW und nicht Breichenfüttern zu machen, weiß ich nicht. Ich habe ja jetzt das System entwickelt, Tobias nach dem Essen für kurze Zeit in die Wippe zu setzen, von wo aus er gespannt die Fische im Aquarium beobachtet. Das führt dazu, dass er noch kurz aufrecht sitzt und letzte kleine Speisereste im Mund gefahrlos runterschlucken kann (nachdem ich seinen Mundraum auf größere Brocken kontrolliert habe), während ich nach ihm auch seinen Essplatz säubere.

 Mundraumkontrolle

Das mit der Mundraumkontrolle ist besonders wichtig, wenn man Nahrungsmittel isst, die im Mund einen eher klebrigen Brei ergeben – neulich aß ich zusätzlich zu dem Gemüse, das ich mit Tobias geteilt habe, ein Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen und Hartkäse, für das Tobias sich sehr interessierte. Nachdem ich mich erinnerte, dass mein Kinderarzt gesagt hatte, dass Getreideprodukte nach dem sechsten Monat erlaubt sind, habe ich ihm ein bisschen abgegeben. Er fand es toll, aber der Gaumen war nachher halbwegs zugekleistert.

 Erster Joghurt

Gestern und heute hatte Tobias beschlossen, dass Essen evtl. doch eher dazu da ist, ausschließlich die Handmotorik zu trainieren – zur Ungeduld seiner Mutter. Heute gab es Fisch und Blattspinat, während Tobias noch schlief. Ich habe ihm ein bisschen übergelassen, und als er wieder wach wurde, es ihm fast kalt vorgesetzt. Er hat auch gleich angefangen damit zu hantieren, es aber nicht zum Mund geführt. Mein Mann hat sich dann dazugesetzt und Joghurt zum Nachtisch gegessen. In den letzten Tagen hatte ich Tobias öfters einen Löffel zum Spielen gegeben, den er auch immer mal wieder in den Mund genommen hatte. Also holte ich ihm jetzt etwas Naturjoghurt, in den ich seinen Löffel tunkte und ihm den dann hinhielt. Und tatsächlich: er probierte und fand Joghurt offenbar lecker, denn danach habe ich den Löffel noch ein paar Mal nachladen dürfen. Okay, es ist nicht alles im Mund gelandet…

Ich habe den Löffel auch immer nur in den Joghurt getunkt und danach abtropfen lassen, da Tobias ohnehin noch nicht raushat, wie man das Zeug aus der Mulde im Löffel oben rausholt. Aber ansonsten war ich recht begeistert, auch, als er dann mit seinen gut sieben Monaten etwas Spinat mit Daumen und Zeigefinger vom Tisch nahm. Okay, okay, der Mittelfinger hat die Bewegung mitgemacht und nur nichts abbekommen, es war also kein echter Pinzettengriff, schon klar.

 Gedanken über’s Trinken

Als nächstes möchte ich Tobias die Möglichkeit geben zu lernen, wie man aus einem Becher trinkt. Gill Rapley empfiehlt ja, daheim auf diese Trinklernbecher zu verzichten, da die Babys so schneller das „richtige“ Trinken lernen sollen. Tatsächlich ist es ja so, dass z.B. die Trinklernserie von NUK, wenn ich mich recht entsinne, dem Baby beibringen soll, den Mund zum Trinken nach und nach breiter aufzumachen. Das ist bei gestillten Babys aber eigentlich ohnehin der Fall, so dass die Umstellung einem Stillbaby (oder einem Baby, das länger gestillt worden ist) leichter fallen sollte. Ich habe jetzt jedenfalls so einen Trinklernbecher mit breitem Boden ohne Aufsatz bestellt und bin gespannt auf die Dinge, die da kommen sollen. Mit einem kleinen Plastikbecher hat Tobias schon mehrfach über der Spüle ausprobiert, was passiert, wenn man ihn kippt, wenn Wasser drin ist. Und einmal hat er meinen 0,5 Liter-Teebecher mit zwei Händen gegriffen (nein, den habe ich da nicht losgelassen!) und sich zum Mund geführt, ohne dass die Bewegung von mir vorgegeben war, und dann gekippt, so dass er den letzten Tropfen von meinem Tee ergattert hat, das fand ich echt klasse.

 Fleisch und Kartoffeln

Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass mir klar geworden ist, dass ich anfangen muss, von der Obst- und Gemüsediät wegzukommen, der Junge braucht Eisen. Natürlich kann man das auch mit einer vegetarischen Ernährung versuchen, da ich aber selbst kein Vegetarier bin, habe ich auch nicht vor, Tobias so zu erziehen, hätte auch gar nicht genügend Kenne zu diesem Thema. Also habe ich beim letzten Mal, als ich Frikadellen gemacht habe, ein paar davon als Sticks geformt, und siehe da, Tobias fand sie klasse. Wir haben keine Fotos davon gemacht, wie er sie isst, aber von dem Teller mit dem Essen gibt’s eins:

Die Kartoffeln gehören zu den letzten (zu) kleinen, die wir noch hatten. Ich habe sie Tobias einfach hingelegt, eine Herausforderung neben mindestens einer machbaren Aufgabe ist ja erlaubt. Ihr hättet erleben sollen, was das für eine Aufregung gab! Tobias stand die meiste Zeit in seinem Hochstuhl, nachdem ich ihm die Kartoffel vorgelegt hatte, hatte den Mund geschlossen (und noch Hackfleischreste drin) und lautierte fast unablässig, während er die Kartoffel ansah. Irgendwann war er dann damit fertig, nahm sie und zerquetschte sie. In diesem Zusammenhang wurde auch getestet, dass Kartoffelreste viel schöner fliegen, wenn man sie nicht durch einfaches Öffnen der Hand los wird, sondern indem man mit der Hand gegen die Tischkante haut. (Aus Tobias‘ Forschungstagebuch: Wiederholung dieses Experiments zur Sicherung des Ergebnisses erforderlich!)

Nachtrag: Am übernächsten Tag hat er mit der letzten kleinen Kartoffel lange experimentiert, wie sie am besten zu greifen ist. Der Versuch, von ihr abzubeißen, scheiterte letztendlich daran, dass seine Finger immer im Weg waren, aber dass man die Hand zum Abbeißen anders drehen muss als wenn etwas aus der Hand oben rausguckt, hatte er am Ende verstanden.

So, das war’s mal wieder mit dem Abenteuer BLW mit Tobias. Insgesamt bin ich weiterhin zufrieden mit dem Verlauf und gespannt, wie es weitergeht – ich werde berichten!

Einführung in Beikost durch Hebamme

Maike ist 28 Wochen jung, und es wird Zeit, mit Beikost ernsthaft zu beginnen. Hier und da hat sie schon probiert, weil sie so viel Interesse zeigte, aber ich würde gern ein bisschen kompetente Nachhilfe haben. Mit drei Frauen bitten wir unsere Hebamme um ein Infotreffen, das sie gern mit uns veranstaltet. Dabei lernen wir, dass pyhysiologisch gesehehen die natürlichste und beste Art, Beikost einzuführen, wohl die ist, das Kind pommesgroße Stücke Nahrung selbst essen zu lassen. Nebenbei ist das natürlich für ein Baby ein tolles taktiles Erlebnis in jeglicher Beziehung (Hand, Mund), und es kann ein ganz neues, schönes Spiel entdecken, das jeden Tag mit den Eltern zusammen gespielt wird. Da sie in dem Alter noch keinen Pinzettengriff beherrscht, müssen die Nahrungsstücke mit der Faust und abgespreiztem Daumen aufnehmbar sein. Also auch die Hand-Auge-Mund-Koodination wird so intensiv geübt.

Mich überzeugt diese Herangehensweise, Steinzeitmenschen haben bestimmt auch nichts püriert, also versuchen wirs. Mit gut 6 Monaten noch ohne Zähne, sitzen kann Maike gestützt, ein guter Startpunkt. Das Interesse ist definitiv da. Sie wird voll gestillt und hat schon immer sehr kurze Intervalle gehabt, obwohl sie recht klein ist, dafür umso agiler – sie braucht Energie, und das nicht zu knapp.
Wir wagen uns heran. Es gibt gedünstete Zucchini, kurz gedünsteten Apfel, gedünstete Möhrchen, Roggenmischbrot, gedünsteten Kohlrabi. Mit dem Lätzchen bewaffnet sitzt die kleine Maus auf meinem Schoß, vor sich ein Brett, auf dem alles schön appetitlich verteilt ist. Sie weiß sofort, wofür das gut ist, sehe ich und bin sehr überrascht. Flugs hat sie ein halbes Stück Apfel, zwei halbe Stücke Zucchini und ein halbes Stück Brot verputzt. Der Kohlrabi ist ihr zu hart, die Möhrchen wohl auch. Nebenbei wird aus einem Glas getrunken, und auch das wie selbstverständlich gleich so, wie es sein soll. Wir sind sehr stolz auf unser Baby! Sie selbst sitzt zufrieden auf dem Schoß, Lätzchen und alles, Essen in der Faust und kaut, als hätte sie nie etwas anderes getan. Wie schön das Essen plötzlich ist! Vorher hat sie natürlich immer mitmachen wollen, saß sie aber mit am Tisch, konnte zumindest einer von uns nicht essen, weil sie „bespaßt“ werden musste. Das ist vorbei, wir können beide essen, Maike macht mit, und ihre Eltern müssen sich zusammennehmen, sie nicht ständig begeistert anzustarren.

Auch das angekündigte Chaos hält sich in Grenzen (bedenkt man, was ich bei Bekannten mit Breifüttern erlebt habe!!), wir heben die heruntergefallenen Bröckchen anschließend wieder auf, es ist schnell beseitigt.

Der Start in die breifreie Beikost ist gemacht. Mal sehen, wie es weitergeht!

Barbara und Leonie – die vierte Runde

Die letzten Wochen haben wir das Thema BLW etwas vernachlässigt. Leonie ist ein sehr aufgewecktes, zappeliges Baby, so dass Stillsitzen auf dem Schoß nicht mehr möglich war. In ihrem Tripp Trapp saß sie allerdings auch noch nicht 100%ig stabil und ist daher ständig hin- und hergerutscht, sobald sie versucht hat, nach Essen zu greifen oder nach all dem, was sie aus ihrer neuen, spannenden Position  erspähen konnte.

Daher habe ich mich darauf beschränkt, ihr in ihrer Wippe verschiedene Lebensmittel zu reichen, die sie mit mehr oder weniger großer Begeisterung begutachtet und gegessen hat. In den letzten Tagen klappt das Sitzen im Tripp Trapp allerdings besser und so sammeln wir wieder neue Erfahrungen.

Interessanterweise interessiert sich Leonie jetzt auch für neue Lebensmittel, die ihr vor kurzem noch nicht gefallen haben: Gelbe Paprika und Mais an der Gemüsefront, sowie alle    Arten von Brot. Es ist auch spannend zu sehen, wie sie mit den unterschiedlichen Konsistenzen spielt. Festes Gemüse wird erstmal auf den Tisch gehauen – damit es auch wirklich tot ist -, weiches Brot wird fasziniert in der Hand zerdrückt. Aber ich erkenne auch schon erste Ansätze des Pinzettengriffs, so dass auch kleinere Essensteile langsam ihren Weg in den Mund finden.

Mit einer Banane hatten wir das erste größere Verschlucken. Leonie hatte ein riesiges Stück abgebissen und begann nach einer Weile mit Würgen und Husten. Also habe ich Leonie rasch aus ihrem Stuhl genommen und sie mit dem Kopf leicht nach unten gehalten und auf ihren Rücken geklopft. Der Bananen-Brei kam auch direkt rausgefallen. Glücklicherweise habe ich inzwischen ein großes Wachstuch unter Leonies Stuhl liegen,  da fällt etwas mehr Sauerei kaum auf.

Als nächstes werde ich es wieder einmal mit gedünstetem Gemüse versuchen. Das wurde zu Beginn unserer Baby Led Weaning Phase noch gekonnt ignoriert, mal sehen ob es inzwischen spannender ist.

Kristina und Tobias IV

So, es gibt inzwischen (Tobias ist ca. sechseinhalb Monate alt) ein paar neue Erkenntnisse von der baby-led weaning-Front:

–          Kartoffeln sind toll! Na ja, zumindest was die Essbarkeit angeht. Bei Paprika, Möhren und Co. habe ich noch nicht so richtig raus, wie lange ich sie garen muss, damit Tobias sie auch abbeißen kann.  Anders bei Kartoffeln: wenn die erst mal im Mund sind, kann er da richtig was mit anfangen. Ab und zu löst er auch den Würgreflex damit aus oder muss etwas husten, aber ich habe den Eindruck, dass er davon auch durchaus einiges wirklich isst. Bis die Kartoffel allerdings im Mund ist, muss man sie korrekt greifen. Leider zeigt sich hier immer wieder, ob man schon raus hat, wie die Kraft in den Fingern beim Greifen richtig zu dosieren ist…

–          Heute hat Tobias mehrfach scheinbar verträumt aus dem Fenster geguckt und dabei ein Stück Kartoffel korrekt gegriffen, ich war echt baff, zumal das ja mit oben erwähnten Schwierigkeiten einhergeht.

–          Broccoli wird inzwischen auch in den Mund gesteckt, allerdings bisher nur der Strunk. Wir haben neuen Broccoli gekauft, damit Tobias weiter üben kann.

–          Äpfel sind auch toll! Allerdings nur, wenn ich sie gare, so dass man sie gut abbeißen/-lutschen kann. Dann sind sie super. Wir kaufen allerdings auch immer Braeburn, nix für Babys ohne Zähne. Demnächst will ich mal Jonagold probieren, wenn ich den Eindruck habe, dass Tobias motorisch weit genug ist, sich mit einem ganzen Apfel zu beschäftigen. Bis dahin ist festzustellen, dass gare Äpfel ganz schön saftig sind – merke: nach der Mahlzeit auch die Unterarme des Babys mit abwischen!

–          Die Tage hatte Tobias mal ein Stück Apfelschale mit abgebissen, das lag dann auf seiner Zunge und wollte nicht vorwärts noch rückwärts. Letztendlich habe ich es ihm rausgenommen. Im Nachhinein habe ich dann aber gedacht, ja, es hat ihn gestört und er hat daran gearbeitet, es loszuwerden, aber er wirkte nicht genervt, hätte ich es ihm nicht noch lassen sollen, damit er seine Mundmotorik trainieren kann?

–          Überhaupt merke ich, dass es eine Herausforderung bleibt, Tobias nicht zu helfen. Jetzt sind wir seit fast vier Wochen mit BLW beschäftigt, und erst vor ein paar Tagen hätte ich ihm fast was in den Mund gesteckt, obwohl ich weiß, dass das bei BLW tabu ist.

–          „Be prepared for the mess“, wie Gill Rapley schreibt: Bisher funktioniert mein System mit dem nassen Waschlappen, der schon zu Essensbeginn mit an den Tisch kommt, um danach alles damit wegzuwischen was ich nicht aufsammeln kann, sehr gut. Wie viel auf dem Boden landet, hängt sehr davon ab, was es gibt. Wie schon erwähnt, isst Tobias reife Birnen ja recht gerne, da landet dann wenig auf dem Boden, die Reste aus seinen Händen meist wieder auf dem Tisch. Bei al dente gegartem Gemüse ist das noch anders, da landet das meiste auf dem Boden, nachdem er eine Weile darauf herum gelutscht hat. Ich bin froh über die Ärmellätzchen, wobei ein großes normales Lätzchen wahrscheinlich auch gehen würde, wenn der Body kurze Ärmel hat oder die Ärmel gut hochgekrempelt werden – das muss ich mit dem Ärmellätzchen ohnehin auch.

 

 Tobias‘ TrippTrapp nach dem Essen

–          Im Moment essen Tobias und ich meist zweimal am Tag zusammen, einmal gibt es Obst, das andere Mal was Deftiges, das klappt ganz gut. Ich hatte beim Salatmachen abends einfach ein bisschen mehr geputzt und dann nur noch wenig Aufwand, das Zeug mittags in einem Sieb über einem kleinen Topf dampfzugaren. Einmal habe ich die Gemüseschnitze auch mit etwas Rapsöl begossen, mit Rosmarin und Thmyian gewürzt und in den Backofen getan – ging auch, war aber auch noch al dente. Ein anderes Mal hatte ich beim Abendessen Eliche tricolore über, die kamen dann am nächsten Mittag mit etwas Gemüse in die Mikrowelle etc.

–          Tobias hat inzwischen gelernt, dass die Sachen auf dem Tisch in den Mund gesteckt werden. Erst wenn er keine Lust mehr dazu hat, geht er dazu über, auszuprobieren, was man sonst noch so damit machen kann, singt dann auch seinen Frustgesang und wird dann bald von mir aus dem Hochstuhl genommen.

–          Ab und zu versucht Tobias, das Essen direkt mit dem Mund vom Tisch aufzunehmen, das scheitert aber regelmäßig und er gibt es dann gleich wieder auf.

–          Das süßeste ist das Anfangsritual: Wir klatschen den „We will rock you“-Beat und sprechen ein kurzes rhythmisches Gebet dazu und Tobias klatscht dabei begeistert auf den Tisch.

–          Pläne: eine Ananas wartet in der Küche darauf, reif zu werden, genauso eine Melone. Demnächst will ich ihm auch mal Hähnchen anbieten, wenn sich mal die Gelegenheit bietet. Und irgendwann dann auch mal einen Apfelschnitz für Tobias in Joghurt tunken oder einen Löffel mit Magerquark beladen und ihm hinlegen, mal gucken, wann die Zeit dafür reif ist.

Die BLW-Richtlinien

Richtlinien zur Implementierung einer babygeführten Methode der Beikosteinführung

aktualisiert im Juni 2008

Text: Gill Rapley

Einleitung

Die Implementierung einer babygeführten Methode der Beikosteinführung verlangt ein Verständnis dafür, warum diese Herangehensweise als logisch und sicher angesehen werden kann. Der erste Abschnitt erklärt die zu Grunde liegenden Prinzipien die diese Methode der Beikosteinführung unterstützen. Der zweite Abschnitt, Grundregeln, enthält eine kurz gefasste Liste der wichtigsten Punkte zur praktischen Umsetzung. Das Befolgen dieser Richtlinien maximiert die Chance, dass sowohl das Baby als auch seine Eltern den Übergang zu fester Nahrung als angenehm empfinden und hilft das Wohlbefinden des Babys sicherzustellen.

Die meisten Babys sind ab einem Alter von etwa sechs Monaten bereit mit fester Nahrung zu experimentieren. Eltern, deren Babys als Frühchen zur Welt kamen (d.h. vor der 37. Schwangerschaftswoche) oder eine Krankheit haben, die ihre Fähigkeit, Essen sicher handzuhaben oder bestimmte Nahrungsmittel zu verdauen, beeinflussen könnte, wird geraten, mit ihren Gesundheitsexperten zu besprechen, wann sie anfangen sollten, ihrem Baby feste Nahrung anzubieten, und ob Baby-led Weaning als alleinige Methode für ihr Baby geeignet ist.

Grundprinzipien für die babygeführte Methode der Beikosteinführung

1. Stillen als Grundlage zum Selberessen

Ausschließliches Stillen wird für die ersten sechs Lebensmonate empfohlen. Stillen ist die ideale Vorbereitung für das selbständige Essen fester Nahrung. Gestillte Babys trinken in ihrem eigenen Tempo – tatsächlich ist es unmöglich, sie zu zwingen, irgendetwas anderes zu tun! Sie gleichen außerdem ihre Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme selber aus, indem sie entscheiden, wie lange sie jeweils stillen. Da die Muttermilch ihren Geschmack in Abhängigkeit von der Ernährung der Mutter ändert, bereitet Stillen das Baby zudem auf unterschiedliche Geschmäcker vor.

Normale, gesunde gestillte Babys erscheinen recht gut in der Lage, die Einführung fester Nahrung mit der richtigen Unterstützung der Eltern selber handzuhaben. Die Kontrolle über die eigene Nahrungsaufnahme charakterisiert das Stillen, dessen logische Fortführung die babygeführte Methode der Beikosteinführung bildet. Dennoch haben auch Eltern, deren Babys mit der Flasche ernährt wurden, die Erfahrung gemacht, dass diese Methode bei ihnen genauso gut funktioniert. Der einzige signifikante Unterschied ist die Notwendigkeit sicherzustellen, dass dem Baby auch andere Getränke, also nicht nur Milch, angeboten werden.

2. Verständnis der Motivation des Babys

Diese Herangehensweise an die Einführung fester Nahrung bietet dem Baby als Teil seines Kennenlernens der Welt um es herum die Gelegenheit herauszufinden, was feste Nahrung zu bieten hat. Sie nutzt sein Verlangen zu forschen und zu experimentieren und die Aktivitäten anderer nachzumachen. Der Übergang zu fester Nahrung läuft so natürlich wie möglich ab, wenn man dem Baby erlaubt, bei jeder Mahlzeit das Tempo zu bestimmen und die Betonung auf dem spielerischen und entdeckerischen Element belässt. Dies liegt daran, dass die Motivation des Babys für diesen Übergang nicht der Hunger, sondern offensichtlich die Neugierde ist. Es gibt keinen Grund, die Mahlzeiten mit der Milchmahlzeit des Babys zusammenfallen zu lassen. Tatsächlich führt die gedankliche Trennung von festen und Milchmahlzeiten in zwei getrennte Aktivitäten zu einer entspannteren Herangehensweise und macht die Erfahrung für Eltern und Kind angenehmer.

3. Wird es sich nicht verschlucken?

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass das Baby sich verschlucken könnte. Es gibt allerdings gute Gründe anzunehmen, dass Babys, die selbst kontrollieren, was in ihren Mund gelangt, ein geringeres Risiko haben, sich zu verschlucken, als Babys, die mit dem Löffel gefüttert werden. Das liegt daran, dass Babys erst dann in der Lage sind, Essen im Mund bewusst zum Rachen zu befördern, wenn sie die Fähigkeit entwickelt haben, es zu kauen. Und diese Fähigkeit zu kauen entwickeln sie erst, wenn die Gegenstände greifen können. Die Fähigkeit, sehr kleine
Gegenstände aufzuheben, entwickelt sich noch später. Daher ist ein sehr junges Baby nicht ohne weiteres in der Lage, sich in Gefahr zu bringen, da es keine kleinen Gegenstände in seinen Mund führen kann. Im Gegensatz dazu wird das löffelgefütterte Baby ermutigt, das Essen direkt nach hinten in den Mund zu saugen, was das Risiko, dass das Baby sich verschluckt, potentiell erhöht.

Die generelle Entwicklung des Babys hält mit der Fähigkeit, mit Essen in seinem Mund zurechtzukommen und es zu verdauen, Schritt. Ein Baby, das Schwierigkeiten hat, Essen in seinen Mund zu bringen, ist wahrscheinlich noch nicht reif genug, es zu essen. In dieser Situation ist es wichtig, dem Baby nicht zu „helfen“: das Risiko des Sich-Verschluckens wird minimiert, wenn der Übergang zu fester Nahrung im richtigen Tempo für das Baby stattfindet. Dieses Tempo wird durch die Entwicklung seiner eigenen Fähigkeiten vorgegeben.

Ein Baby nach hinten zu lehnen oder hinzulegen, um es mit fester Nahrung zu füttern, ist gefährlich. Wenn ein Baby mit Essen umgeht, sollte es immer in einer aufrechten Position gehalten werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Essen, das das Baby noch nicht schlucken kann oder nicht schlucken will, ihm nach vorne aus dem Mund herausfällt.

Auch bei der babygeführten Methode müssen die üblichen Sicherheitsregeln beachtet werden. Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein sehr junges Baby es schafft, beispielsweise eine Erdnuss zu greifen, können und werden in seltenen Fällen auch Unfälle passieren – egal wie das Baby die Nahrung bekommt. Die normalen Sicherheitsregeln beim Essen und Spielen sollten auch da weiter befolgt werden, wo der Übergang zu fester Nahrung babygeführt erfolgt.

4. Gute Ernährung sicherstellen

Babys, die die Möglichkeit haben, selber zu essen, scheinen eine große Bandbreite verschiedener Nahrungsmittel zu akzeptieren. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie mehr als nur den Geschmack der Nahrung haben, auf den sie sich konzentrieren – sie lernen außerdem Konsistenz, Farbe, Größe und Form kennen. Zudem lernen Babys, denen Nahrungsmittel getrennt oder so, dass sie sie für sich trennen können, angeboten werden, eine Bandbreite an verschiedenen Geschmäckern und Konsistenzen kennen. Ihre Bereitschaft, neue Dinge auszuprobieren, erhöht sich außerdem, wenn sie die Möglichkeit haben, das was sie nicht mögen wegzulassen.

Die grundsätzlichen Regeln der gesunden Ernährung gelten auch für junge Babys, die ihre Beikosteinführung selbst bestimmen. Das bedeutet, dass Fast Food und Nahrungsmittel mit Salz- oder Zuckerzusatz vermieden werden sollten. Davon abgesehen gibt es bei Babys, die mindestens sechs Monate alt sind, keine Notwendigkeit, die Nahrungsmittel, die ihm angeboten werden weiter einzuschränken, solange es keine Allergien in der Familie gibt und keine bekannte
oder vermutete Verdauungsstörung. Obst und Gemüse sind ideal, härtere Sorten sollten kurz gegart werden, so dass sie weich genug sind um gekaut zu werden.

Anfangs wird Fleisch am besten als größeres Stück angeboten, das das Baby entdecken und an dem es saugen kann; sobald das Baby eine Handvoll Essen greifen und gezielt loslassen kann, funktioniert Hackfleisch gut. (Anmerkung: Babys brauchen zum Kauen und Beißen keine Zähne – Kauleisten sind absolut ausreichend!)

Die Nahrung muss nicht in Happen geschnitten werden. Tatsächlich macht es das dem Baby schwer, mit dem Essen umzugehen. Ein guter Maßstab für die Form und Größe, die benötigt werden, ist die Faust des Babys, mit einem wichtigen Detail: junge Babys können ihre Faust nicht gezielt öffnen, um Dinge loszulassen. Das bedeutet, das sie am besten mit Essen klarkommen, das die Form von Pommes hat oder einen „Griff“ hat (wie der Strunk an einem Brokkoli-Röschen). Sie können das Stück kauen, das aus der Faust rausguckt, und den Rest später fallen lassen –
üblicherweise während sie nach dem nächsten Stück greifen, das interessant aussieht. Mit zunehmenden Fertigkeiten lassen sie weniger Essen fallen.

5. Was ist mit Getränken?

Der Fettgehalt der Muttermilch steigt während einer Milchmahlzeit. Ein gestilltes Baby erkennt diese Veränderung und benutzt sie um seine Flüssigkeitszufuhr zu regeln. Wenn es ein Getränk möchte wird es eher kurz stillen, evtl. von beiden Brüsten, während es länger stillt, wenn es Hunger hat. Aus diesem Grund brauchen gestillte Babys, die so oft und so lange stillen dürfen wie sie wollen, keine anderen Getränke, selbst bei heißem Wetter.

Dieses Prinzip kann während der gesamten Übergangsphase zu den normalen Mahlzeiten angewandt werden, vorausgesetzt das Baby darf weiterhin nach Bedarf stillen. Ein Becher Wasser kann zu den Mahlzeiten angeboten werden, um dem Baby
auch hier die Gelegenheit zum Erforschen zu bieten, aber es gibt keinen Grund zur Sorge, wenn es nichts trinken möchte.

Babys, die mit der Flasche ernährt werden, brauchen ein etwas anderes Vorgehen, da Muttermilchersatz immer die gleiche Zusammensetzung hat und daher weniger den Durst stillt. Das einzige, was hier nötig ist, um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen, ist, dem Baby regelmäßig Wasser anzubieten, sobald es kleine Mengen isst.

Dem Baby während der Beikosteinführung weiterhin Milchmahlzeiten nach Bedarf anzubieten, hat zudem den Vorteil, dass das Baby auch hier selbst entscheiden kann, wann es seine Milchzufuhr reduziert. Während es bei den gemeinsamen Mahlzeiten zunehmend mehr isst, wird es „vergessen“, um seine Milchmahlzeiten zu bitten oder wird bei jeder Milchmahlzeit weniger trinken. Die Mutter muss diese Entscheidungen nicht für das Baby treffen.

Grundregeln des Baby-led Weaning

1. Bieten Sie Ihrem Baby die Möglichkeit teilzunehmen, wenn ein anderes Familienmitglied isst. Sie können damit beginnen, sobald das Baby ein Interesse zeigt, Ihnen beim Essen zuzusehen, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass es
bereit ist, Essen in den Mund zu nehmen, bevor es sechs Monate alt ist.

2. Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby in einer aufrechten Position gehalten wird, solange es mit Essen experimentiert. Während der ersten Zeit können Sie es mit dem Gesicht zum Tisch auf den Schoß nehmen. Wenn es beginnt Essen zu greifen, wird es wahrscheinlich auch reif genug sein mit minimaler Unterstützung im Hochstuhl zu sitzen.

3. Fangen Sie damit an, dass Sie dem Baby Essen anbieten, das die Form von Pommes (also einen „Griff“) hat. Soweit möglich, und wenn sie geeignet sind, bieten Sie Ihrem Baby die gleichen Nahrungsmittel an, die Sie auch essen, so
dass es das Gefühl hat dazu zu gehören.

4. Bieten Sie unterschiedliche Nahrungsmittel an. Es ist nicht nötig, die Erfahrungen Ihres Babys mehr einzuschränken als die, die es mit Spielzeug macht.

5. Treiben Sie Ihr Baby nicht an. Erlauben Sie ihm sein eigenes Tempo. Versuchen sie nicht ihm zu „helfen“, indem Sie ihm Essen in den Mund stecken.

6. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Baby bei den ersten paar Gelegenheiten überhaupt etwas isst. Wenn es entdeckt hat, dass diese neuen Sachen gut schmecken, wird es anfangen sie zu kauen und später auch runter zu schlucken.

7. Ein junges Baby wird nicht jedes Stück Essen komplett aufessen – bedenken Sie, dass es noch nicht die Fähigkeit entwickelt haben wird, an Essen in seiner Faust ran zu kommen.

8. Bieten Sie Essen, das das Baby abgelehnt hat, später erneut an – Babys ändern ihre Meinung oft und akzeptieren dann Essen, das sie anfangs abgelehnt hatten.

9. Lassen Sie Ihr Baby nicht mit Essen allein.

10. Bieten Sie keine Nahrungsmittel an, die offensichtlich eine Gefahr bedeuten, wie z.B. Erdnüsse.

11. Bieten Sie kein Fast Food an, keine Fertiggerichte und keine Mahlzeiten mit Salz oder Zuckerzusatz.

12. Bieten Sie Wasser aus einem Becher an, aber seien Sie unbesorgt, wenn Ihr Baby kein Interesse daran zeigt. Insbesondere gestillte Babys werden meist einige Zeit weiterhin alle Flüssigkeit, die sie benötigen, aus der Muttermilch beziehen.

13. Seien Sie auf das Chaos vorbereitet! Eine saubere Plastikfolie auf dem Boden unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und macht das Aufräumen einfacher. Sie gibt Ihnen außerdem die Möglichkeit, heruntergefallenes Essen zurück zu geben, so dass weniger Essen verschwendet wird. (Sie werden angenehm überrascht sein, wie schnell Ihr Baby lernt recht sauber zu essen!)

14. Erlauben Sie Ihrem Baby weiterhin so oft und so lange zu stillen wie es will. Seien Sie darauf vorbereitet, dass sein Schema sich ändert, wenn es anfängt mehr feste Nahrung zu essen.

15. Wenn Sie in der Familie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder Verdauungsprobleme haben, besprechen Sie diese Methode der Beikosteinführung mit Ihrem Kinderarzt/Ihrer Hebamme, bevor Sie damit anfangen.

16. Schlussendlich: haben Sie Freude daran zu sehen, wie Ihr Baby Essen kennenlernt – und dabei seine hand- und mundmotorischen Fähigkeiten entwickelt!

Übersetzung: Kristina Leicht

Wenn ihr diese Richtlinien als PDF-Datei herunterladen möchtet, findet ihr diese in unserem Downloadbereich.

 

Einführung in Baby Led Weaning

Baby-led Weaning (babygeleitete Beikosteinführung) ist eine vernünftige, einfache und angenehme Art seinem Baby zu helfen, am Familienessen teilzunehmen.

Weiterlesen

Downloads

Hier gibt es die wichtigsten Dokumente rund um BLW zum Download im praktischen PDF-Format – und natürlich auf deutsch.

Eine kurze Einführung in die Thematik sowie praktische Tipps&Tricks findet ihr hier: BLW-Leaflet

Die von Gill Rapley aufgestellten Richtlinien zur Einführung von Baby Led Weaning könnt ihr hier nachlesen: BLW-Guidelines

 

 

Kristina und Tobias III – Kochsalz und neue Erfahrungen

So, es ist mal wieder Zeit für ein Update:

Ich habe mal geprüft wieviel Salz in meinen Nudeln und in meinem Reis ist, indem ich geguckt habe wieviel Salz ich üblicherweise ins Kochwasser gebe und wieviel Wasser vom Kochgut aufgenommen wird:
– Beim Reis war es Naturreis, ich habe auf 800 ml einen halben leicht gehäuften Teelöffel Salz gegeben (also ca. 4g, das entspricht einer 0,5%igen Kochsalzlösung). Ich fand den Geschmack hinterher okay, nicht zu wenig gesalzen – das ist aber Geschmacks- und Gewöhnungssache. Jedenfalls hatte der Reis dann nachher in 2 Erwachsenenportionen knapp 2g Salz, also die Tageshöchstdosis für Säuglinge, über die hinaus es schon kritisch für die Nieren werden kann. Ziel ist ja, nicht mehr als 1g Salz pro Tag zu „geben“, um auf keinen Fall Probleme zu kriegen.
– Bei den Nudeln gebe ich auf meine (nur) 2,5l Wasser einen schwach gehäuften Teelöffel Salz (knapp 9g). In der Zwei-Erwachsene-Portion (also 250g ungekochte Nudeln) waren dann 1,2g Salz.
Bei meinen Berechnungen bin ich davon ausgegangen, dass das Wasser-zu-Salz-Verhältnis im Kochgut nicht anders ist als im Wasser, mit dem gekocht wird.
Was mich noch interessieren würde: Wieviel Salz ist in meiner Gemüsebrühe? Werde mal gucken ob ich das noch rauskriege und ggf. berichten. In vielen meiner Rezepte wird Gemüse in Brühe gegart.
Gill Rapley empfiehlt ja, Reis, Pasta und Kartoffeln ganz ohne Salz zu kochen. Gemüse kann man dampfgaren mit akzeptablen Ergebnissen, Kartoffeln als Pellkartoffeln zubereiten, aber Pasta und Reis (außer den Basmatireis für asiatische Rezepte) ohne Salz zu kochen, finde ich inakzeptabel. Daher also die Berechnung oben.
Bei Toastbrot ist es auch so, dass in 2 Scheiben von unserem Toast lt. Packung 2g Salz drin sind, damit darf das Baby, das das gegessen hat, für den Rest des Tages ja auch kein Salz mehr essen – und ich gedenke nicht, deshalb Brot ohne Salz selber zu backen. Wahrscheinlich wird es auch nicht oft vorkommen, dass ein Baby zwei Erwachsenenportionen Reis an einem Tag isst…

Mein Mann hat den Tripp Trapp aufgebaut – an dieser Stelle lieben Dank an alle, die an diesem Geschenk beteiligt waren! Da Tobias sich zwar noch nicht aufsetzen, aber doch schon recht ordentlich sitzen kann, setzen wir ihn zum Essen jetzt dort hinein. Das hat den Vorteil, dass er, auch wenn wir nur zu zweit essen, beobachten kann, dass ich das Gleiche esse, und dass ich meine zweite Hand frei habe. Ich kann auch mal schnell aufstehen, wenn ich etwas für ihn aufheben möchte. Unser Kinderarzt hat auch sein Okay gegeben, wenn wir ihn nicht stundenlang und/oder unbeaufsichtigt sitzen lassen. Das Sitzkissen wird wohl nicht weitervererbt werden *grins*… Mit den Ärmellätzchen kommen wir jetzt auch gut klar, sie reichen aus (während sie nicht weit genug nach hinten reichten, als Tobias noch bei mir auf dem Schoß saß).

Gestern gab es erst abends warmes Essen, als Tobias schon im Bett war. Tobias fand, dass meine direkte Nähe wichtiger ist als die Nahrungszubereitung, also gab es mittags unseren Standard-Obstteller mit Apfel, Birne und Banane. Den Apfel hatte ich nur schnell mit dem Spaltenschneider in 6 Stücke geschnitten, da Tobias fand, dass meine direkte Nähe… nun denn. So gab es für ihn Birnensticks, aber den Apfel als Spalte. Ich war beeindruckt, wie ausdauernd er versuchte, mit seinen von den Birnen glitischigen Fingern den Apfelspalt zu greifen, der eigentlich ein bisschen zu dick war. Immer wieder rutschte er ihm aus den Fingerchen, weil er zur Mitte hin dicker wurde, und immer wieder versuchte er es, probierte mit wechselndem Erfolg verschiedene Techniken aus… Meine Hebamme hatte ja gemeint, die Frustrationstoleranz sei bei Jungen geringer – bei Tobias kann ich das jedenfalls nicht bestätigen.

Heute mittag gab es dann Spirelli mit Lachs und Zuckerschoten, zu meiner Freude führte er eine Zuckerschote zum Mund und lutschte sie – als sie dabei wegrutschte, lutschte er halt an seinen Fingern weiter. Der Rest wurde mit den Händen untersucht und Falltests unterzogen, deshalb hat Tobias vom gebratenen Lachs in Würfeln auch nicht so viel von uns abgekriegt. Der lässt sich übrigens hervorragend in der Faust zerdrücken.

Heute abend gab es dann wieder mal Obst. Zu meinem Erstaunen hat Tobias die Birne recht rasch gezielt zum Mund geführt, abgebissen und das Stückchen runtergeschluckt, ich war ganz baff, habe erstmal geguckt, ob es nicht irgendwo anders gelandet ist.

Er hat dann aber im weiteren Verlauf des Essens auch ordentlich Bekanntschaft mit seinem Würgereflex gemacht, beim ersten Mal so stark, dass eine kleine Pfütze Milch rausgekommen ist. Beim zweiten Mal hatte er es schon besser im Griff, aber klar, das ist ein Lernprozess. Ich war natürlich immer direkt neben ihm, habe ihn aber machen und lernen lassen, da die ganze Zeit erkennbar war, dass er zwar etwas zu kämpfen hatte, aber keine bedrohliche Situation bestand. Was mich auch hier wieder fasziniert hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der er, auch nachdem er den Würgereflex ausgelöst hatte, gleich zum nächsten Stück Obst gegriffen und es zum Mund geführt hat – offenbar war er nicht allzu beeindruckt und weiterhin motiviert, die Sache mit dem Essen zu meistern.

Nachdem der Start ja doch etwas zögerlich war, habe ich mich heute gefreut, so deutliche Fortschritte zu sehen. Immerhin haben wir vor ca. zweieinhalb Wochen mit BLW angefangen, und heute hat er zum ersten Mal (oder die ersten Male?) etwas runtergeschluckt. Allerdings gab es für ihn bisher meist auch nur einmal am Tag was zu „essen“, immerhin gilt ja, dass er nicht müde oder hungrig sein sollte, und morgens esse ich im Moment noch allein – mein Toast mit Marmelade und dicker Quarkschicht teile ich erst, wenn das grundsätzliche Konzept des Essens von Nahrungsmitteln (vs. ausschließlich damit Spielen) verstanden ist. Und dann muss ich ja auch Variabilität ins Frühstück bringen, damit er auch da viel kennenlernt, hmm, mal gucken.

Übrigens habe ich mich oben vielleicht missverständlich ausgedrückt, Tobias hat natürlich nicht zum ersten Mal Bekanntschaft mit seinem Würgereflex gemacht, den hat er schon oft genug ausgelöst, wenn er versucht hat, mehrere Finger in den Mund zu stecken oder wenn ich ihm meinen Finger zum Nuckeln angeboten habe.

In nächster Zeit werde ich versuchen, meine Ernährung dahingehend umzustellen, dass es ein- bis zweimal am Tag zusätzlich Snacks gibt, an denen Tobias teilhaben kann. Werde zudem versuchen, mehr unterschiedliche Obstsorten zu kaufen. So langsam sind ja auch mehr Obstsorten im Angebot, die nicht erst um die halbe Welt geflogen sind, um in meinem Magen zu landen.

Bis demnächst mal!

BLW-Leitlinien

Hier sind die von Gill Rapley auf ihrer Homepage veröffentlichten Leitlinien in ihrer deutschen Fassung: BLW-Guidelines

BLW – Praktische Tipps

Hier sind die von Gill Rapley auf ihrer Homepage veröffentlichten prakischen Tipps in ihrer deutschen Fassung: BLW-Leaflet